Im Mietreisemobil Caravaning entdecken
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) berichtet von einem anhaltend hohen Interesse an Wohnmobilen, mit über einer Million Fahrzeugen im Bestand (Stand 2025). Zwar zeigten im Verlauf von 2024 und bis August 2025 die Zulassungen leichte Rückgänge gegenüber dem Vorjahr, bleiben aber auf hohem Niveau. Wie groß das Potenzial der Urlaubsform auch in den kommenden Jahren ist, hat eine Studie der GfK gezeigt. Dem größten deutschen Marktforschungsinstitut zufolge können sich 14,2 Millionen Deutsche über 18 Jahre vorstellen, in den nächsten fünf Jahren einen Caravaning-Urlaub zu unternehmen und mancher Wohnmobil-Interessent nutzt die bevorstehenden Osterferien, um die mobile Feriengestaltung für sich zu testen – mittels eines gemieteten Mobils. „Das ist eine gute Methode“, findet Alexander Bausch von TÜV SÜD, „allerdings gibt es einiges zu beachten.“ Erfahrungsgemäß sind gewerbliche Vermieter teurer als private, offerieren allerdings mehr Service, etwa im Pannenfall. Bei privaten Anbietern sollte man unbedingt darauf achten, dass die Vermietung im Versicherungsschein vermerkt ist. Sonst droht im Fall des Falles Ärger.
Als weiteres Kriterium bei der Auswahl eines Vermieters empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann ortsnahe Offerten. „Schließlich muss man entweder mit dem eigenen Pkw das Urlaubsgepäck heranschaffen oder mit dem abgeholten Reisemobil die heimatliche Wohnung zum Beladen ansteuern“, erläutert Bausch seinen Rat. „Erwägenswert ist es zudem, das Reisemobil für eine Person mehr zu buchen, als tatsächlich mitfahren“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken: „Das bringt Raum- und Zuladungsgewinn, der sich spätestens bei einem Regentag bezahlt macht.“
Die Voraussetzungen für die Miete eines Caravans oder Reisemobils sind überschaubar. Der Mieter muss im Besitz eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses und eines gültigen Führerscheins sein sowie mehr als ein Jahr Fahrpraxis besitzen. So regeln es die meisten Verleihunternehmen. Fast alle Mietmobile dürfen mit der Klasse B-Fahrerlaubnis gefahren werden. Das Mindestalter für die Anmietung eines Freizeitfahrzeugs beträgt 21 Jahre.
Bevor es los geht, sollte die Reisefreiheit auf Rädern geübt sein. „Insbesondere wer das erste Mal mit einem Wohnmobil unterwegs ist, muss bedenken, dass Reisemobile deutlich längere Bremswege besitzen und sehr viel länger zum Beschleunigen benötigen als Pkw“, erinnert der TÜV SÜD-Fachmann. Wegen des höheren Schwerpunkts von Reisemobilen sind nur geringere Kurvengeschwindigkeiten möglich, so dass das Ausweichen erschwert wird. Bei starkem Seitenwind sollten Fahrer damit rechnen, dass ein Wohnmobil leichter zur Seite abdriftet. Um sich mit dem Fahrgefühl vertraut zu machen, eignet sich rechtzeitig vor Reisebeginn ein Sicherheitstraining für Reisemobile sehr gut. Sie werden beispielsweise von Wohnmobilherstellern oder Automobilclubs angeboten. Dabei kann man sich dann auch schon mit den ungewohnten Außenmaßen vertraut machen, denn sonst könnte der Fahrer beim Abbiegen alt aussehen.
Die Mietgebühren für Wohnmobile liegen je nach Anbieter, Größe des Reisemobils und Reisesaison zwischen 60 und 180 Euro pro Tag. Zwar ist dies kein Billigurlaub, jedoch lässt sich wohl eine Region mit keiner anderen Urlaubsform so entspannt und unabhängig erkunden wie mit dem motorisierten Urlaubsquartier.